Symposium - Almacasa

"Demenz jenseits von Medikamenten" lautet der Titel dieses international besetzten Symposiums. Zusammen mit hochkarätigen Referent*innen beleuchten wir verschiedene Facetten rund um das Thema.

Prof. Dr. Otto Ulrich wird in seinem Beitrag "Zukunftsszenarien" aufzeigen, die uns in den kommenden Jahren handlungsleitend werden könnten. Christina Krebs von der Alzheimervereinigung Zürich) teilt Ihre Erfahrungen in der "Zugehenden Beratung bei Demenz" während Dr. Tatjana Meyer und Andrea Grubauer aufzeigen, wie das Nicht-Wahrnehmen der eigenen Demenz die Kommunikation beeinflusst.

Am Nachmittag werden wir dann international: Den Schwerpunkt bildet dabei das Referat von Dr. Al Power aus Rochester NY, der sich seit Jahrzehnten für Lebensräume einsetzt, die Menschen mit Demenz entsprechen.

Seine Gedanken werden in zwei Workshops an den beiden folgenden Tagen vertieft.

Wir fahren fort mit beeindruckenden Erfahrungen aus dem klinischen Alltag von Dr. Irène Bopp-Kistler. Als Gründerin und leitende Ärztin der Memory Klinik am Stadtspital Waid hat sie jährlich bis zu 400 neue Klienten, die eine Demenz-Diagnose erhalten. Doch auch die Angehörigen sind betroffen...

Was bedeutet es, Lebensräume zu schaffen für Menschen mit Demenz in einer Branche, die vielfach in alten Mustern funktioniert? Liliane Peverelli wird am Beispiel von Almacasa aufzeigen, wie man mit Tatkraft, Geduld und wertebasierter Führung einen Akzent setzen kann.

Die Schlussrunde unter der Leitung von Anne Rüffer wird versuchen, die verschiedenen Inputs zusammenzuführen und Raum für Diskussionen geben.

Lassen Sie sich durch die Beiträge inspirieren, diskutieren Sie mit nehmen Sie Nährendes mit – auch das Pflegen von alten und knüpfen von neuen Beziehungen! Wir freuen uns auf Sie!

Ein herzlicher Dank gilt unseren Partnern: Cosanum, Bigla, Compliant Concept

Im Namen aller beteiligten Organisationen

Vincenzo Paolino
Mitglied Geschäftsleitung und Verwaltungsrat
Spectren AG/Almacasa

Franziska Hofer
Beauftragte für Aus- und Weiterbildung Almacasa

Informationen

Programm

Im Anschluss an jeden Beitrag gibt es unter der Moderation von Anne Rüff er die Möglichkeit, Fragen aus dem Publikum zu diskutieren.

09.15 Uhr Eintreff en der Teilnehmenden Kaff ee, Früchte, Gipfeli

10.00 Uhr Begrüssung, Einstimmung Dr. Irene Bopp-Kistler, Memory Clinic im Stadtspital Waid, Zürich

10.15 Uhr Sieh die Person: Ich bin immer noch da! Zugehende Beratung bei Demenz Christina Krebs, Geschäftsleiterin Alzheimervereinigung Kanton Zürich

10.35 Uhr Teilhaben und zu Hause wohnen – auch mit Demenz? Zukunftsszenarien Neue Wohnpfl egeformen, technische und soziale Assistenz, altersfreundliche Quartiere, Caring Communities Prof. Dr. Ulrich Otto, Careum Forschung

11.15 Uhr Anosognosie – wenn sich die Wahrnehmung verschiebt Hinweise für die Kommunikation Dr. Tatjana Meyer, Memory Clinic im Stadtspital Waid, Zürich Andrea Grubauer, Neuropsychologin, Memory Clinic im Stadtspital Waid, Zürich

12.00 Uhr Mittagspause

13.30 Uhr Internationale Zusammenarbeit – braucht die Schweiz das? Eine Tour d‘Horizon der Möglichkeiten und Ergebnisse Vincenzo Paolino

13.45 Uhr Dementia beyond drugs – How to support well-being for people with changing cognitive abilities. Demenz jenseits von Medikamenten – wie man Wohlbefi nden und Resilienz bei Menschen mit kognitiven Veränderungen stärkt. Dr. Allen Power, Rochester NY

15.15 Uhr Pause Kaff ee und Früchte, Networking

15.45 Uhr Demenz – einmal nach Nirgendwo Was lösen die Veränderungen bei Angehörigen und Betroff enen aus? Dr. Irene Bopp-Kistler

16.30 Uhr Selbstbestimmt umsorgt Erfahrungen aus 5 Jahren Almacasa-Aufbauarbeit Liliane Peverelli

16.50 Uhr Schlussrunde Moderation: Anne Rüff er, Verlagsleiterin rüff er & rub, Zürich

17.30 Uhr Ende der Veranstaltung

18.00 Uhr Apéro (gesponsert von Almacasa, keine Anmeldung erforderlich) und anschliessend (ca. 19.15 Uhr) gemeinsames Abendessen im Restaurant «Die Waid», auf eigene Rechnung

ReferentInnen

Dr. med. Irene Bopp-Kistler ist Geriaterin und leitende Ärztin an der Memory Clinik im Stadtspital Waid, Zürich und Buchautorin. Die Klinik stellt nebst den Demenzkranken die Angehörigen in den Mittelpunkt des therapeutischen Settings. Irene Bopp-Kistler ist Mitglied in zahlreichen Gremien, die sich mit Demenz beschäftigen, unter anderem war sie an der Ausarbeitung der nationalen Demenzstrategie der Schweiz beteiligt.

Dr. Allen Power ist Internist, Geriater, Fachlehrer und Autor. Er ist international anerkannt für seine Arbeit, die die Verwendung von antipsychotischen Medikamenten für Menschen mit Demenz kritisiert. Sein Buch «Dementia Beyond Drugs: Changing the Culture of Care» wurde vom American Journal of Nursing im Jahr 2010 zum Buch des Jahres gekürt. Sein zweites Buch «Dementia Beyond Disease: Enhancing Well-Being» wurde 2014 veröff entlicht. Dr. Power wurde 2013 vom Long-Term Living Magazine zu einem der «Five Leaders of Tomorrow» ernannt

Prof. Dr. Ulrich Otto Sozialpädagoge und Sozialgerontologe, leitet seit 2014 Careum Forschung, das Forschungsinstitut der Kalaidos Fachhochschule Gesundheit. Er ist in einer Vielzahl innovationsorientierter, meist internationaler und interdisziplinärer Forschungs- und Entwicklungsprojekte aktiv. Forschungsschwerpunkte:Koproduktion im Welfare Mix, soziale Netzwerk- und Unterstützungsforschung, gemeinschaftliche Wohnformen, Active and Assisted Living, sorgende Gemeinschaften.

Dr. Tatjana Meyer-Heim ist Internistin und Geriaterin. Als Oberärztin an der universitären Klinik für Akutgeriatrie (Memory Clinic) gilt ihr Interesse insbesondere Themen der Demenz wie Anosognosie, posttraumatische Enzephalopathien und Lewy-Body-Demenz.

Andrea Grubauer, Neuropsychologin und Mag. Psychologie, arbeitet in der Memory Clinic der universitären Klinik für Akutgeriatrie. Sie engagiert sich nebst der Abklärung von Patienten für Angehörige und bildet junge Kolleginnen und Kollegen in Neuropsychologie aus.

Vincenzo Paolino BScN, BA Psychologie, entwickelt und leitet seit 2008 gemeinsam mit Liliane Peverelli Almacasa. Seit 2016 ist er Vorstandsmitglied der beiden internationalen Organisationen GAN (Global Ageing Network) und EAN (European Ageing Network) und seit 2014 Präsident des Vereins queerAltern in Zürich.

Liliane Peverelli Pfl egefachfrau HF, Gerontologin, Prüfungsexpertin und eidg. Ausbilderin FA. Sie war über 25 Jahre in der Aus- und Weiterbildung für Pfl egeberufe tätig, bevor sie mit Vincenzo Paolino zunächst das Beratungsangebot der Spectren AG und dann das Wohnangebot Almacasa entwickelte. Dessen Umsetzung und Weiterentwicklung treibt sie seit 2014 federführend voran und verantwortet die Almacasa Academy. Sie begleitet weiterhin vereinzelt Heime prozesshaft in Organisations- und Ausbildungsfragen.

Christina Krebs Sozialarbeiterin mit Master in Sozialmanagement, Geschäftsleiterin der Alzheimervereinigung Kanton Zürich, hat die Netzwerk-Projekte «Zugehende Beratung bei Demenz» und «demenzfreundliche Gesellschaft/Gemeinde im Kanton Zürich» mit ihrem Team entwickelt und kantonsweit auf kommunaler Ebene eingeführt. Sie setzt sich ein für eine Bewusstseinsveränderung beim Thema Demenz und ist überzeugt: «Eine gute gute Lebensqualität für Menschen mit Demenz und deren Angehörigen kann nur durch eine moderierte, gleichberechtigte Zusammenarbeit von Sozialarbeit, Pfl ege und Medizin erreicht werden.»

Anne Rüffer ist geschäftsführende Verlegerin des im Jahr 2000 gegründeten Verlags rüff er & rub in Zürich. Im Jahr 2008 gründete sie die Manuskript-Oase – Büro für Autorenberatung. Ebenfalls seit 2008 ist Anne Rüff er Jury-Mitglied des jährlich vergebenen Right Livelihood Award, bekannt auch als «Alternativer Nobelpreis».

Helga Rohra nimmt am Podiumsgespräch teil.

Unter den Demenzaktivisten gibt es weltweit nur zwei Publizisten. Helga Rohra ist eine von ihnen. Sie kämpft auf jährlich bis zu 100 Veranstaltungen und mit ihrem Verein Trotzdemenz e.V. für eine neue Sichtweise auf Menschen mit Demenz. Für ihre Arbeit wurde sie 2014 mit dem Deutschen Engagementpreis ausgezeichnet und 2015 zur Botschafterin für internationales Engagement ernannt.

Tages-Workshop

Trotz zweier Jahrzehnte voller Lehren und Schriften über "personenzentrierte Versorgung" kämpfen Menschen, die mit sich verändernden kognitiven Fähigkeiten leben, weiterhin darum, eine sinnvolle Beschäftigung im täglichen Leben zu finden. Die Verwendung potenziell schädlicher psychotroper Medikamente ist nach wie vor hoch, obwohl der Nutzen nicht bewiesen ist. Wollen wir die kleinen erzielten Fortschritte sichern, müssen wir neue Ansätze und Unterstützungssysteme schaffen.
Der Hauptgrund für diesen langsamen Fortschritt ist, dass die derzeitigen "personenzentrierten" Ansätze es nicht geschafft haben, sich erfolgreich von einschränkenden Konstrukten der dominanten biomedizinischen Sicht der Demenz zu lösen. Selbst nicht-pharmakologische Interventionen haben sich als weitgehend enttäuschend erwiesen (oder nur von kurzfristigem Nutzen), weil sie sich weiterhin auf alte Paradigmen und Muster stützen.

In diesem hoch interaktiven Ganztags-Workshop wird der Vortragende die Teilnehmer auf eine neue Ebene des Nachdenkens über Menschen mit "anderem Verstand" führen. Er wird zeigen, wie das dominante biomedizinische Modell der Demenz die Bedürfnisse der Menschen nicht befriedigt. Im Gegenteil: Das Gefühl des Unvermögens, Stress und die Verwendung ungeeigneter Medikamenten setzen sich fort. Er wird auch die Grenzen des nicht-pharmakologischen Ansätze sowie mögliche Fallstricke des bedarfsorientierten Verhaltensmodells aufzeigen.

Zudem werden grundlegende Fähigkeiten für Kommunikation und Verständnis überprüft und ein alternativer Ansatz zum Verständnis von Not beschrieben wird, der den Rahmen für das Wohlbefinden nutzt, um dauerhafte Lösungen für ein besseres Leben für alle zu schaffen. Dies schafft auch die Grundlage für eine langfristige Nachhaltigkeit bei der Eliminierung psychoaktiver Medikamente.
Schließlich wird der Vortragende praktische Tipps zur Priorisierung und Verringerung psychotroper Medikamente geben.
Es wird genügend Zeit für Diskussionen geben.

Datum
17.04. mit Simultanübersetzung
18.04. für Englischsprachige

Ort
Almacasa Academy Urdorf
Zeit 9 – 17 Uhr
Kosten CHF 325

Anmeldung
Almacasa Academy
044 735 38 86
Benutzen Sie bitte das Anmeldeformular

Kontakt & Anmeldung

Almacasa Academy
Franziska Hofer
In der Luberzen 25
8902 Urdorf

044 735 38 86
f.hofer@almacasa.ch
almacasa.ch/symposium

Anmeldung
bis 31. Januar 2019 CHF 220
bis 28. Februar 2019 CHF 280

Abendessen im Restaurant «Die Waid»
auf eigene Rechnung

 

Anmeldung

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen